Die Folge ist mehr als nur ein lockeres Gespräch. Sie ist eine kleine Bestandsaufnahme, ein freundlicher Blick zurück und gleichzeitig ein vorsichtiger Schritt nach vorn. Denn Shannon wird die Selfdefensebox im Oktober verlassen, wenn sie ihr Studium abgeschlossen hat. Gleichzeitig rückt Fiona stärker in den Fokus, weil sie den Frauenkurs künftig weiter mittragen und zunehmend übernehmen wird. Es geht also um Abschied und Neubeginn, aber vor allem um etwas, das in der Selfdefensebox seit jeher wichtiger ist als jede dramatische Überschrift: dass Menschen gut aufgefangen werden.
Manche Podcastfolgen leben nicht von großen Schlagzeilen, sondern von Nähe, Ehrlichkeit und dem Gefühl, dass man für eine Stunde mit am Tisch sitzt. Genau so eine Folge ist diese Ausgabe des Selfdefensebox Podcasts. Jan fehlt diesmal, dafür sitzen mit Shannon und Fiona zwei Frauen am Mikrofon, die auf ganz unterschiedliche Weise für etwas stehen, das die Selfdefensebox Cologne seit Jahren prägt: Kompetenz ohne Show, Entwicklung ohne Druck und Gemeinschaft ohne künstliche Inszenierung.
Eine Folge zwischen Lachen, Wertschätzung und Veränderung
Schon in den ersten Minuten wird klar, warum diese Podcastfolge so gut funktioniert. Sie ist nicht geschniegelt, nicht glatt, nicht auf Hochglanz geschniegelt. Stattdessen lebt sie von dem, was echte Teams ausmacht: Humor, Vertrautheit, kleine Sticheleien, gegenseitiger Respekt und das sichere Wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann.
Shannon, die im Podcast längst keine Unbekannte mehr ist, wird halb scherzhaft, halb liebevoll verabschiedet. Noch ist es nicht so weit, aber der Prozess beginnt. Nach dreieinhalb Jahren Studium steht für sie der Bachelorabschluss bevor. Gleichzeitig ist sie schon seit vielen Jahren Teil der Selfdefensebox. Diese Verbindung ist längst mehr als ein Nebenjob oder eine Station im Lebenslauf. Sie ist ein Stück Alltag, ein Stück Heimat und für viele Mitglieder ein fester Bestandteil ihrer Trainingswoche.
Gerade deshalb wirkt die Folge nicht traurig im schweren Sinne, sondern warm. Es geht nicht um ein dramatisches Ende, sondern um einen Übergang, der so gestaltet werden soll, wie er zur Box passt: offen, menschlich und mit Blick auf die Menschen, die davon betroffen sind.
Fiona: vom Probetraining zur festen Größe
Besonders schön ist die Geschichte von Fiona, weil sie exemplarisch zeigt, wie organisch Dinge in der Selfdefensebox wachsen können. Sie kam ursprünglich als Teilnehmerin. Vor rund zwei Jahren machte sie ihr erstes Probetraining im Krav Maga Frauenkurs. Der Abend hätte damit enden können, dass sie nach Hause fährt, sich auf die Couch legt und eine Tüte Chips aufmacht. Stattdessen kam alles anders.
Spontan wurde sie gefragt, ob sie den anschließenden Yogakurs vertreten könne. Eine andere Lehrperson war ausgefallen, der Kurs war voll und Absagen wäre schade gewesen. Fiona sprang ein. Was als improvisierte Lösung begann, entwickelte sich zu etwas, das bis heute nachwirkt. Denn sie schaffte es nicht einfach nur, eine Yogastunde zu geben. Sie griff das Thema des vorherigen Krav-Maga-Trainings auf und verband beides auf eine Weise, die die Teilnehmerinnen nicht nur entspannte, sondern ihnen half, das Vorangegangene körperlich noch einmal anders zu verarbeiten.
Genau in dieser Verbindung liegt etwas sehr Charakteristisches für Fiona. Sie denkt nicht in starren Schubladen. Für sie ist Bewegung kein isoliertes System. Yoga, Krav Maga, Kraft, Stabilität, Atmung, Dynamik und Ruhe hängen zusammen. Und genau deshalb war ihr Zugang von Anfang an so besonders.
Was zunächst mit Vertretungen begann, wurde zu einer festen Rolle im Yoga. Später kam sie zusätzlich als Co-Trainerin in den Frauenkurs. Aus einer Teilnehmerin wurde eine Trainerin. Nicht durch laute Selbstdarstellung, sondern durch Können, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, Menschen ein gutes Gefühl zu geben.
Zwischen Sauerland und Köln: ein Weg mit eigenem Profil
Fiona erzählt in der Folge auch von ihrem Hintergrund. Sie kommt ursprünglich aus Lüdenscheid, lebt aber seit 2014 in Köln. Allein dieser Teil des Gesprächs zeigt wunderbar, wie der Podcast funktioniert: Zwischen liebevollen Neckereien über Sauerland, Nebel, Berge und Kupplungsgeruch entsteht ganz nebenbei ein sehr greifbares Bild von ihr als Mensch.
Sie hat Geografie und Ethnologie studiert, später noch Politikwissenschaften ergänzt. Schon das zeigt, dass sie aus einer Richtung kommt, die Beobachtung, Struktur und gesellschaftliches Verständnis mitbringt. Vielleicht ist genau das ein Grund dafür, warum sie sowohl im Yoga als auch im Selbstverteidigungskontext so differenziert denkt.
Denn Fiona interessiert sich nicht nur dafür, dass etwas “funktioniert”. Sie interessiert sich auch dafür, warum etwas für manche Menschen funktioniert und für andere nicht. Diese Haltung wird besonders deutlich, als sie über ihre Yoga-Ausbildungen spricht. Ein zentraler Punkt, der ihr dort gefehlt hat, war der Umgang mit unterschiedlichen Körperproportionen. Sie beschreibt, wie selten in Fortbildungen darauf eingegangen wird, dass Körper eben nicht alle gleich gebaut sind. Große Oberweite, unterschiedliche Arm- und Beinlängen, individuelle Anatomie: All das verändert, wie Positionen sich anfühlen und wie sie sinnvoll angeleitet werden sollten.
Das ist ein bemerkenswert wichtiger Gedanke. Denn er zeigt, worum es guter Unterricht eigentlich gehen muss. Nicht darum, dass Menschen in eine idealisierte Form gepresst werden, sondern dass sie verstehen, wie sie ihren eigenen Körper sinnvoll nutzen können. Dieser Blick macht Fiona als Trainerin glaubwürdig. Sie unterrichtet nicht an Menschen vorbei, sondern mit ihnen.
Yoga ohne Klischees, Selbstverteidigung ohne Show
Ein weiterer starker Teil der Folge ist die Einordnung von Yoga und Pilates. Gerade auf Social Media verschwimmen diese Bereiche oft zu einer beliebigen Wellness-Ästhetik. Fiona macht sehr klar, dass beides unterschiedliche Systeme mit unterschiedlichen Schwerpunkten sind. Nicht besser oder schlechter, sondern anders. Das ist eine wohltuend nüchterne Haltung.
Noch wichtiger ist aber der Umgang mit den typischen Yoga-Klischees. Viele Menschen verbinden Yoga immer noch mit Esoterik, Räucherstäbchen und dem Gefühl, in etwas hineinzurutschen, das ihnen fremd ist. Im Podcast wird deutlich, wie sehr diese Vorurteile an der Wirklichkeit vorbeigehen können. Yoga kann ruhig, fließend und meditativ sein. Es kann aber auch funktional, kräftigend und körpernah unterrichtet werden. Es hängt davon ab, wer es lehrt und mit welcher Haltung.
Genau an diesem Punkt wird die Linie zur Selfdefensebox besonders sichtbar. Denn auch im Bereich Selbstverteidigung gibt es starke Klischees. Vieles, was online laut und martialisch verkauft wird, hat mit verantwortungsvoller Vermittlung wenig zu tun. Große Gesten, harte Sprüche und vermeintlich “goldene Techniken” mögen auf YouTube gut aussehen, helfen Menschen im Alltag aber nicht automatisch weiter.
Die Selfdefensebox setzt erkennbar auf etwas anderes: Struktur statt Blendwerk, Wiederholung statt Showeffekt und realistische Verhaltensmuster statt falscher Versprechen. Fiona bringt das auf den Punkt, wenn sie erklärt, wie sehr sie die Themen-Matrix im Krav Maga überzeugt hat. Dass Inhalte dort nicht willkürlich auftauchen, sondern in wiederkehrenden, logisch aufgebauten Themenblöcken vermittelt werden, schafft Sicherheit und Orientierung. Gerade in einem Bereich, der für Menschen so wichtig ist, ist das kein Detail, sondern ein Qualitätsmerkmal.
Warum der Frauenkurs so wertvoll ist
Der eigentliche Kern der Folge liegt jedoch im Frauenkurs. Und hier wird besonders deutlich, wie differenziert die Selfdefensebox dieses Angebot versteht. Es geht nicht darum, Frauen “Spezialtechniken” zu verkaufen oder künstlich Unterschiede aufzubauen. Es geht auch nicht darum, eine Parallelwelt zu schaffen. Die Inhalte sind im Kern dieselben wie im gemischten Training. Der Unterschied liegt in den Schwerpunkten, in der Atmosphäre und in der Möglichkeit, bestimmte Themen gezielter zu behandeln.
Denn ein wesentlicher Teil weiblicher Unsicherheit im Alltag entsteht aus Situationen sexualisierter Grenzüberschreitung: blöde Anmachen, aufdringliches Verhalten, Bedrängung im Club, Übergriffe auf dem Heimweg. Das sind keine abstrakten Bedrohungsszenarien, sondern konkrete Erfahrungen, die viele Frauen kennen. Genau deshalb braucht es einen Trainingsraum, in dem diese Realität nicht relativiert, sondern ernst genommen wird.
Shannon beschreibt sehr eindrücklich, was den Frauenkurs ausmacht: Er ist sicher, aber nicht steif. Er ist locker, aber nicht oberflächlich. Er erlaubt es, über belastende Themen zu sprechen, ohne dabei Angst weiter aufzublähen. Das ist ein entscheidender Unterschied. Gute Selbstverteidigung macht Menschen nicht panischer, sondern klarer. Sie vermittelt keine Daueranspannung, sondern handhabbare Muster.
Besonders schön ist dabei, dass der Frauenkurs laut Podcast nicht nur durch die Trainerinnen getragen wird, sondern auch durch die Teilnehmerinnen selbst. Neue Frauen werden aufgenommen, Unsicherheiten werden verstanden, Erfahrungen werden geteilt. Aus dieser Mischung entsteht eine Kultur, die vielen den Einstieg überhaupt erst ermöglicht.
Und doch bleibt alles offen. Niemand wird festgelegt. Wer im Frauenkurs trainieren möchte, kann das tun. Wer lieber im gemischten Kurs startet, ebenfalls. Wer beides kombiniert, sowieso. Diese Freiheit ist viel wert. Sie bedeutet, dass nicht eine starre Logik über den Menschen gestellt wird, sondern dass jede Person dort andocken kann, wo sie sich gerade am wohlsten fühlt.
Shannon: Erfahrung, Haltung und die Kunst, Dinge greifbar zu machen
Im Laufe der Folge wird auch noch einmal deutlich, was Shannon in den vergangenen Jahren eingebracht hat. Sie steht nicht nur für Fachlichkeit, sondern auch für eine bestimmte Art, Dinge anzugehen: direkt, nahbar, humorvoll und dabei immer mit Substanz. Ihre Stärke liegt darin, komplexe oder sensible Themen nicht künstlich aufzublasen, sondern so zu vermitteln, dass Menschen sie in ihren Alltag übersetzen können.
Gerade im Frauenkurs scheint diese Art besonders gut gewirkt zu haben. Es geht dort eben nicht um Heldenfantasien oder martialische Posen, sondern um das ehrliche Ziel, sicher und möglichst entspannt nach Hause zu kommen. Dass Shannon diesen Kurs mit aufgebaut und geprägt hat, wird in fast jedem Abschnitt des Gesprächs spürbar.
Umso schöner ist es, dass ihr Abschied nicht als Bruch erzählt wird. Vielmehr wird sichtbar, dass sie etwas hinterlässt, das weitergetragen werden kann. Nicht, weil jemand kopiert wird, sondern weil Haltung weitergegeben wird.
Ein Übergang, der Vertrauen schafft
Dass Fiona diesen Weg weitergeht, wirkt nach dieser Podcastfolge nicht wie eine organisatorische Lösung, sondern wie eine stimmige Entwicklung. Sie bringt eigene Schwerpunkte mit, eine eigene Sprache, einen eigenen Blick auf Bewegung und Vermittlung. Gleichzeitig versteht sie sehr genau, worauf es in diesem Rahmen ankommt: Realismus, Sensibilität, gute Anleitung und echte Nähe zu den Menschen.
Genau deshalb vermittelt die Folge auch Vertrauen. Nicht das laute Vertrauen, das sich ständig selbst behaupten muss, sondern das ruhige Vertrauen, das aus Erfahrung wächst. Wer sie hört, merkt schnell: Der Frauenkurs bleibt in guten Händen. Nicht, weil alles gleich bleibt, sondern weil etwas Wesentliches erhalten bleibt.
Mehr als ein Podcastgespräch
Am Ende ist diese Folge viel mehr als eine nette Unterhaltung zwischen drei sympathischen Menschen. Sie zeigt, wie eine gute Trainingskultur entsteht. Nicht aus Markenversprechen, nicht aus Lautstärke, nicht aus künstlichem Image, sondern aus Haltung, Struktur und menschlicher Qualität.
Shannon steht für einen Abschnitt, der viele Teilnehmerinnen geprägt hat. Fiona steht für die nächste Phase, die nicht bei null anfängt, sondern auf etwas aufbauen kann. Und Dominik hält das Ganze mit seiner typischen Mischung aus Humor, Direktheit und ehrlicher Wertschätzung zusammen.
Vielleicht ist genau das das Schönste an dieser Folge: Sie macht deutlich, dass Entwicklung nicht immer spektakulär aussehen muss. Manchmal reicht es, wenn Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenkommen, einander ernst nehmen und etwas weitergeben, das größer ist als sie selbst.
In der Selfdefensebox Cologne scheint genau das zu passieren. Und deshalb ist diese Podcastfolge am Ende vor allem eines: ein sehr schönes Porträt davon, wie Gemeinschaft funktionieren kann.
Wenn du möchtest, mache ich dir daraus direkt auch noch eine zweite Version im Stil eines Blogartikels für die Website der Selfdefensebox Cologne.

